Eine Sache zu verstehen heisst nicht automatisch etwas gutzuheissen.
Ich kann durchaus verstehen, dass Menschen ihren Besitzstand verteidigen wollen. Das heisst aber noch lange nicht, dass das vernünftig ist.
Ebenso kann ich verstehen, dass Menschen Fremde nicht mögen. Angst vor Unbekanntem ist durchaus natürlich. Das heisst aber noch lange nicht, dass ich Fremdenhass in irgendeiner Form für lobenswert halten würde.
Verstehen kann ich auch, dass mensch Genderdeutsch für grauslich hält. In dem Falle kommt zum Verstehen auch die Zustimmung, denn Sprache bildet das Bewusstsein mehr ab als es zu erzeugen. Falls sie bei dem Begriff Bäcker an einen Mann denken ist das ihr Problem, ich denke dabei an einen Menschen, der Brot und Kuchen backt.
Ich kann damit wohl auch verstehen, dass ein großer Teil der Bevölkerung reaktionär wählt. Was aber keineswegs ausschliesst, das ich das für eine riesige Dummheit halte. Denn letztlich gilt : behalten zu wollen was mensch hat führt dazu dass mensch es um so sicherer verliert. Zudem verbaut mensch sich auch alle Chancen Neues zu erschaffen.
Letztlich gilt aber, dass ich nur kritisieren kann (und darf !) was ich zumindest ansatzweise verstehe.