Der Begriff der Leistung in Zusammenhang mit gesellschaftlichen/politischen Themen wird offensichtlich ebenso schwammig wie undurchdacht benutzt.
Geht man der einfachheithalber mal vom physikalischen Begriff der Leistung aus – Arbeit/Energie pro Zeit – sieht man schon, dass der Begriff eigentlich recht wenig aussagt über einen möglichen Nutzen oder die Wünschbarkeit der Leistung.
Wird Arbeit in sehr kurzer Zeit erbracht haben wir eine hohe Leistung, z.B. erbringt ein Pikosekundenlaser eine enorme Leistung – Ihr Auto wird er trotzdem keinen Millimeter bewegen. Eine kleine Atombombe erbringt vielleicht eine ähnliche Leistung (ich hab das jetzt nicht nachgerechnet) über eine wesentlich größere Zeit (~Sek.) – das widerum wird Ihr Auto ebensowenig (im gewünschten Sinne) bewegen. Das allein zeigt schon, dass die Verwendung des Begriffs Leistung schon grundsätzlich infrage gestellt werden sollte.
Wenn wir weiter bei physikalischen Begriffen bleiben wollen bietet sich hier der Begriff der Wirkung – Arbeit mal Zeit – als vielversprechende Alternative an. Hier wird auch sofort erkennbar, dass die Wirkung nur durch den Zeitfaktor beliebig groß gemacht werden kann, sollten wir nämlich versuchen den Faktor Energie beliebig zu erhöhen, steigt zwar sicherlich auch die Wirkung aber diese ist nicht mehr steuerbar. Deshalb wird bis heute auch kein Auto mit Atombomben angetrieben und auch sonst nichts.
Siehe dazu vielleicht :
Leistung: Das Endstadium der Ideologie.
Lars Distelhorst. ISBN 978-3837625974
http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/depression-und-kapitalismus